Work hard, harder, hardest

arte zeigte am 6. März erstmalig den Beitrag „Work hard – Play hard“, der die schöne neue Arbeitswelt beleuchtet. Eine neue Architektur, Raum- und Zeiteinteilung, kooperatives statt konfrontatives Management und viele vermeintlich positive Errungenschaften des Arbeiten im 21. Jahrhundert suchen nach der optimalen Nutzung der Ressource Mensch.

Und auch wenn es im unternehmerischen Sinne sinnvoll und logisch ist, sich auf die Mitarbeiter zu konzentrieren, auf ihre Belange und Wünsche einzugehen, so bleibt ein stylischer und designter unangenehmer Nachgeschmack. Denn die neue Konzepte wie die non-territorialen Office Spaces, die in dem Beitrag ebenso vorgestellt werden wie Open Spaces verfolgen sehr anschaulich den Zweck, den zukunftsfähigen und produktiven Mitarbeiter so hochleistungstauglich wie möglich zu tunen und seine totale Einsatzbereitschaft abzurufen.

Ist das den schlimm oder gar böse gemeint? Nein. Das Streben nach Gewinnmaximierung ist nun eimal bei der Ressource Mensch angekommen, die besonders in den europäischen Ländern schwindet – Stichwort Demografie. Folglich ist es nur konsequent, dass sich moderne Unternehmen um die Optimierung des Betriebes durch die Optimierung der Mitarbeiter kümmern. Dass dabei die Grenzen zwischen Arbeit, Freizeit und Lifestyle verschwimmen, um Arbeit attraktiver zu machen oder vielleicht auch nur wirken zu lassen, ist wenig verwerflich.

Der Beitrag gibt sehr anschaulich Einblick in die neuen Formen der Auswahl, Motivation und des Training der Mitarbeiter von morgen. Denn multinationale Konzerne haben längst erkannt, dass der Erfolg eines Unternehmens von der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft ihrer Mitarbeiter abhängt.

Ob diese hohe Tempo, Einsatzbereitschaft, Flexibilität und dauernde Leistungsbereitschaft folgenlos bleiben ist nicht mehr fraglich. Doch der Film zeigt nicht, in welchen Formen die Unternehmen das „play hard“ erfüllen. Wort Burn-out kommt im Film nicht vor. Im wahren Leben schon. Aber das scheint dem Konzept des Beitrags geschuldet zu sein, der durchaus sehenswert und gut gemacht ist. Modern, schnell, hard. Vielleicht so, wie die Arbeitswelt, die er skizziert.